5 Tools für spezifische Kollaborationsherausforderungen

Ganz kurz erklärt handelt es sich bei Etherpads um kollaborativ beschreibbare Webseiten. Jede Person, die über den Link zu einem Pad verfügt, kann mitschreiben. In diesem Blogbeitrag stelle ich Tools vor, mit denen das Etherpad-Prinzip – synchrone Kollaboration, offen nutzbar, hierarchiefrei und möglichst simpel – auf weitere Formate übertragen wird. Neben dem kollaborativen Schreiben können auf diese Weise auch andere Kollaborationsherausforderungen angegangen werden. Die Tools sind damit natürlich längst nicht so vielseitig, wie das ‘klassische’ Etherpad – aber in manchen Lernsituationen eben gerade durch ihre spezifische Gestaltung sehr nützlich. Dank dem Etherpad-Prinzip sind alle mit einem Klick eingerichtet und zum Einsatz bereit 🙂

1. Ethercalc: kollaborativ an Tabellendokumenten arbeiten

Wie der Name bereits andeutet, ermöglicht die offene Software Ethercalc die Erstellung von Online-Tabellendokumenten zur synchronen Bearbeitung. Während beim Etherpad somit ein Textdokument entsteht, entsteht bei Ethercalc ein Spreadsheet. Hilfreich für mathematisch-naturwissenschaftliches Lernen, aber auch für viele andere Bereiche in denen etwas mit Tabellen gesammelt, strukturiert und geplant werden soll.

Link zum Ausprobieren: https://ethercalc.net/

2. Ethermap: kollaborative Kartenmarkierungen

Ethermap lädt eine Landkarte als Grundlage der Kollaboration in den Hintergrund. Jede Person, die über den Link verfügt, kann darauf Orte markieren und mit einer kurzen Beschreibung versehen. Kollaborativ ist die Sammlung vor allem auch deshalb, weil alle zugleich alle Markierungen (nicht nur die eigenen) ändern/ ergänzen können. Der Einsatz von Ethermaps ist natürlich zunächst in Geographie interessant, aber auch im Fremdsprachen-Unterricht bei landeskundlichen Themen, bei Exkursionen …

Link zum Ausprobieren: https://getethermap.org/

3. Mipui: kollaborativ Spielfelder/ Spielumgebungen entwickeln

Mipui kenne ich erst seit kurzem. Gedacht ist es, um mit Symbolen Spielfelder und Spielumgebungen zu entwickeln. Das Etherpad-Prinzip ermöglicht es dabei, das gemeinsam und synchron zu tun. Das fertig entwickelte Spielfeld kann dann auch in einer ‘Nur ansehen’ Version geteilt werden. Genutzt werden kann das Tool unter anderem zum kollaborativen Brainstorming zu Spielideen, in der Entwicklungsphase von Spielen oder auch zur Gestaltung von ‘Schauplätzen’ zum anschließenden kreativen Schreiben (oder zum Nachbauen von gelesenen Schauplätzen). Es braucht etwas Zeit, bis man sich über alle verfügbaren Symbole einen Überblick verschafft hat.

Link zum Ausprobieren: https://www.mipui.net/

4. Openode.io: Gemeinsam zeichnen und strukturieren

Kollaborative Whiteboards gibt es inzwischen eine große Vielzahl. Für diese Liste habe ich das Tool ausgewählt, was aus meiner Sicht das Etherpad-Prinzip am besten umsetzt. Man erhält eine minimalistische Oberfläche zum Kritzeln, Schreiben und strukturieren. Genutzt werden kann es immer dann, wenn das kollaborative Lernen nicht vorrangig textbasiert erfolgen soll.

Link zum Ausproboieren: https://wbo.openode.io

(Die online vom Entwickler zur Verfügung gestellte Version scheint manchmal zu mucken. Der Code ist hier. Mögliche Alternativen wären z.B. das Walma-Board oder das Whiteboard von Flinga.fi.

5. Kollaboratives Kanban-Board

Ein Kanban-Board ist ein Tool aus dem agilen Projektmanagment. To Do Punkte werden hier den Spalten ‘zu erledigen’, ‘in Bearbeitung’ und ‘erledigt’ zugewiesen. Mit dem Etherpad-Prinzip umgesetzt ist solch ein Kanban-Board auf der Plattform Cryptpad. Wer den geteilten Link erhält, kann sowohl neue Punkte eintragen, weitere Spalten ergänzen oder Punkte zwischen den Spalten beliebig verschieben. Auch die Bezeichnungen der Spalten sind editierbar, so dass das Board auch über Projektmanagment hinaus für strukturierte, kollaborative Sammlungen genutzt werden kann.

Link zum Ausprobieren: https://cryptpad.fr

(Wer die Aufmachung mag, findet bei Cryptpad auch weitere hilfreiche Kollaborations-Anwendungen wie z.B. eine kollaborative Umfrage-Erstellung)

Bonus: kollaborativ Fortsetzungsgeschichten schreiben

Bei der Recherche zu den Tools mit Etherpad-Prinzip bin ich außerdem auf das Nanowiki gestoßen. Es bricht mit dem Etherpad-Prinzip an einer entscheidenden Stelle: Nicht alle können am gesamten Text schreiben – sondern nur jeweils eigene Textabschnitte schreiben. Ich nehme es als Bonus-Tool dennoch mit auf, denn die übrigen Etherpad-Prinzipien sind umgesetzt – und ich kann es mir als spannende Möglichkeit für kollaborative Fortsetzungsgeschichten oder auch textbasierte Rollenspiele vorstellen.

Link zum Ausprobieren: https://nanowiki.xyz